Projekt

Über das Projekt

Die Digitalisierung führt zu grundlegenden Veränderungen in Bildungsorganisationen – so auch in Heimen und Internaten. Diese Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche rund um die Uhr („24/7“) betreut werden, laufen Gefahr, im Kontext der Digitalisierung in ihren raum-zeitlichen und sozialen Arrangements erneut zu „pädagogischen Provinzen“ zu werden. Vor diesem Hintergrund gilt es, ihre Bildungs- und Erziehungssettings sowie -partnerschaften dahingehend zu befragen, welche Formen von digitaler Mediennutzung sie zulassen, befördern, ignorieren oder auch hemmen und welche Implikationen damit für Bildungsprozesse einhergehen. Daher wird im Projekt DigiPäd 24/7 zwischen Januar 2019 und August 2022 eine wissenschaftliche Analyse zu folgenden Aspekten durchgeführt:

  1. der subjektive Medienalltag von Kindern und Jugendlichen in Heimen und Internaten unter besonderer Berücksichtigung ihrer Peerbeziehungen,
  2. die Veränderungen in den Bildungs- und Erziehungspartnerschaften zwischen Eltern, pädagogischen Fachkräften und Lehrer*innen,
  3. der rechtliche Handlungsrahmen dieser Einrichtungen im Bereich der Medienbildung (z.B. Persönlichkeitsrechte, Aufsichtspflicht, Jugendmedienschutz).

Untersuchungsdesign

Das Untersuchungsdesign ist als qualitatives Mixed-Methods-Design angelegt. Die Nutzung und Bedeutung digitaler Medien für Kinder und Jugendliche wie auch die Ausgestaltung von Bildungs- und Erziehungspartnerschaften in 24/7-Einrichtungen im Kontext der Digitalisie-rung werden anhand ethnografischer Beobachtungen, qualitativer Interviews, sowie mit Hilfe von Netzwerkkarten und Medientagebüchern sowie auf der Grundlage des geltenden Rechts analysiert. Diese Daten und Erkenntnisse werden daraufhin mit den Akteursgruppen vor Ort (Kindern/Jugendlichen, Fachkräften) diskutiert. Auf dieser Basis werden Richtlinien und Handlungsempfehlungen zur Entwicklung von Handlungskonzepten erarbeitet, die in gemeinsamen Veranstaltungen mit den verschiedenen Akteuren inklusive der Leitungsebene und anderen Expert*innen (z.B. aus dem Medienrecht) reflektiert werden – und später auch von anderen Bildungsorganisationen (Transferziel) angewendet werden können. Die Ergebnisse des Projekts werden in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert, es wird zudem ein Webauftritt (Open Access) für die Fachpraxis gestaltet.